Siedlungswasserwirtschaft I

Die Siedlungswasserwirtschaft beschäftigt sich mit der Wasserver- und entsorgung von Industrieländern. Neben der Gewinnung und Verteilung von Trinkwasser und der Aufbereitung von Abwässern beschäftigt man sich mit der nachhaltigen Entsorgung von Siedlungsabfällen. Die Siedlungswasserwirtschaft ist eine sinnvolle Ergänzung zur Geographie, da neben den in der Physischen Geographie behandelten natürlichen hydrologischen Prozessen der menschliche Einfluss auf den Wasserkreislauf betrachtet wird. Das Nebenfach Siedlungswasserwirtschaft I wird vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft (Fakultät Bauingenieurwesen) angeboten.

Aufbau

Es gibt nur Pflichtveranstaltungen und keine Wahlpflichtveranstaltungen.

Ausschnitt aus der Prüfungsordnung 2019 zum Nebenfach Siedlungswasserwirtschaft I

Pflichtveranstaltungen

In Grundlagen der Gewässergüte- und Siedlungswasserwirtschaft geht es neben den Grundlagen zu Wasserwirtschaft um die naturwissenschaftlichen Grundlagen, die Wasserver- und Abwasserent-sorgung, der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, der Berechnung der Güte von Gewässern. 4 Übungen vertiefen die Vorlesung, sind aber keine Voraussetzung für die Klausurteilnahme (E-Klausur).

In Siedlungsentwässerung steht die Bemessung von Abwasserkanälen und -pumpwerken an. Neben der Schmutzfrachtberechnung wird ein Einblick in die Modellierung von Kanalnetzen und in die Organisation und Finanzierung der Abwasserwirtschaft gegeben.

In Abwasserreinigung werden die physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse erklärt, Bauwerke bemessen, der Bau und Betrieb erklärt sowie Regelungen dazu. Es wird außerdem auf die Behandlung und Entsorgung von Rückständen aus der Abwasserreinigung eingegangen.

Wasserversorgung 1 behandelt die rechtlichen und administrativen Grundlagen der Grundwasserversorgung, die Wassergewinnung, – förderung, -qualität, -schutzzonen, – ressourcen und die dazugehörige Bemessung der Infrastruktur zur Gewinnung, Speicherung und Verteilung.

Wasserversorgung 2 beschäftigt sich mit der Trinkwasserqualität und der Einordnung in den Gesamtkontext wasserwirtschaftlicher Rechtsvorschriften. Die unterschiedlichen Aufbereitungsverfahren von Rohwasser, die Wasserspeicherung und die Instandhaltung werden gelehrt. Daneben müssen Planungsaufgaben berechnet werden.

Die Übung Wasserversorgung 2 – Gütewirtschaft von TWT behandelt die Wassergütewirtschaft von Trinkwassertalsperren. Dazu gehören: Grundlagen stehender Gewässer, Einzugsgebietmanagement, die Bewirtschaftung von Talsperren, die Wasseraufbereitung und Gewässersanierung.

In Siedlungsabfallwirtschaft werden rechtliche und administrative Grundlagen behandelt. Dazu gehören die Einteilung von Abfällen nach Gefährlichkeit, Strategien zur Entsorgung, Vermeidung, Beseitigung und Verwertung sowie die Logistik, die Verfahren und die Lagerung. Zudem werden Abfallwirtschaftskonzepte erklärt.

Klärschlammbeh. u. -entsorgung befasst sich mit den Arten, Mengen, Zusammensetzungen und Eigenschaften von Schlämmen aus Abwasserreinigungsanlagen. Des Weiteren wird auf unterschiedliche Verfahren der Stabilisierung, Entseuchung, Entwässerung, Entsorgung und Beseitigung eingegangen.

In Biologische Behandlung von organischen Stoffströmen wird auf die Rechtsgrundlage von biologischer Abfallbehandlung eingegangen und in den Gesamtkontext des Umweltrechts gesetzt. Neben verfahrenstechnischen Grundlagen werden Bemessung und Kostenbetrachtung für folgende Aspekte behandelt: Kompostierung, Vergärung, mechanische Abfallbehandlung, Emissionen, Vermarktung, Nährstoffrückgewinnung.

Was hat mir gut gefallen

A: Das Modul lässt sich super mit dem Klimawandel und wichtiger Infrastruktur verbinden – es bildet die Brücke zwischen Geographie und einem, auf den zweiten Blick, doch sehr wichtigen Ingenieursbereich.

B: Auf jeden Fall für empfehlenswert für alle, die etwas mit Hydrologie machen wollen.

Was hat mir schlecht gefallen

A: Der Anteil an Mathe war an einigen Stellen schon groß.

Was hätte ich gerne vorher gewusst

A: Es gibt auch Siedlungswasser- und Siedlungsabfallwirtschaft 2! Wer sich für das Nebenfach interessiert kann es im Master fortsetzen.

B: Man sollte Grundlagen der Gewässergüte- und Siedlungswasserwirtschaft bereits im 2. Semester belegen!

C: Ich fand das Fach nicht ganz einfach und hätte gerne gewusst, dass es schon einige Übungen gibt, in denen man viel rechnen muss.

Muss ich dafür etwas mitbringen?

Mit etwas Matheaffinität (vor allem Algebra) und generellem Verständnis von biologischen oder chemischen Prozessen kommt man sehr einfach durch das Fach. Aber man kann das auch sehr gut nebenbei erlernen.

Irgendwelche sonstigen Tipps?

Grundlagen der Gewässergüte- und Siedlungswasserwirtschaft bereits im 2. Semester belegen!

Ihr könnt das Nebenfach auch als Wahlpflichtmodul wählen.